RIGOLETTO

Der Herzog von Mantua ist der Vertreter einer Gesellschaft, die nur noch sich selbst feiert und deren erstes Vergnügen es ist, sich auf Kosten anderer zu amüsieren. Und so ist kaum eine Frau vor verführenden Absichten des skrupellosen Herzogs sicher. Der Zynismus der Gesellschaft spiegelt sich in dem Sarkasmus des Narren Rigoletto, der gegen Gage seinen beißenden Spott über die gehörnten Ehemänner ausgießt. Als sich das Gerücht verbreitet, der Narr habe eine schöne Geliebte, beschließen die Opfer seines Witzes, die Schöne, die er vor der Welt verborgen hält, zu entführen. Niemand ahnt, dass es sich bei ihr um Gilda, die Tochter des Narren handelt, die er wie seinen Augapfel hütet. Doch die übertriebene Fürsorge des Vaters rettet das Mädchen nicht vor den Avancen des berüchtigten Herzogs. Die Tochter verliebt sich. Und ein Fluch, der einst über den Narren und den Herzog ausgestoßen wurde, erfüllt sich, als es in einer abgelegenen Hütte des Verbrechers Sparafucile zu einer unseligen Verwechslung kommt.
Die Uraufführung dieses auch stilistisch neuen Werkes war für Verdi nicht nur ein musikalischer Triumph. Neu ist hier auch die Konzeption einer weiblichen Rolle auf der Bühne, die sich gegen die Lebensentwürfe und die (veralteten) Wertvorstellungen ihres Vaters durchzusetzen versucht und bereit ist, sich für ihre Liebe, die möglicherweise nicht erwidert wird, zu opfern.

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